Wappen Familie Zurhelle - www.gutkalkofen.de

Daten und Fakten

Nach H.F. Macco und privatem Archiv
1305
Das Rittergut Kalkofen wird erstmalig erwähnt. Es befindet sich 1305 im Besitz des Bürgermeisters Arnold von Kalkofen aus dem Hause Kalkofen bei Raboitrade im Herzogtum Limburg (Quelle: Niederrheinische Annalen)
27. 03. 1437

Älteste städtische urkundliche Erwähnung des Gutes und späteren Rittersitzes Kalkofen (ZAGV 26, 136).

Im Ehevertrag des Adam (Daem) von Hairen mit Agnes von dem Weyer wird das Rittergut Kalkofen erstmalig urkundlich erwähnt. Dort heißt es: "Hof, Erbe und Gut zu Kalkoven im Reich von Aachen mit Ackerland, Büschen, Weihern, Weiden, 42 ½ Morgen Benden, 7 ½ Morgen Crappenbenden, 16 Morgen Benden am glatten Weiher nächst dem Busch, dem Eschbend 13 Morgen gross und dem Suyrebend von 5 Morgen." Es wird auch erklärt, daß das Rittergut aus dem Besitz der Mutter von Adam von Hairen, der Mechtildis Holzappel zur Täsch stamme. Mechtildis Holzappel von Täsch war mit Gerhard von Hairen zu Hambroich und Baenla verheiratet, dieser war 1411 / 1412 Bürgermeister in Aachen.

1453
Adam von Hairen ist tot. Sein ältester Sohn Gerhard von Hairen übernimmt das Rittergut Kalkofen.
10.08.1464
Das Rittergut Kalkofen wird ein zweites mal urkundlich erwähnt, weil Gerhard von Hairen Ländereien von Johann von Horrik zum Rittergut hinzu kaufte.
24.07.1481
Das Rittergut Kalkofen wird von der Witwe und den Töchtern des Gerhard von Hairen - Agnes und Elisabeth - mit einem Grundpfand belastet.
02.12.1482
Rittergut Kalkofen geht an den Sohn von Adam von Hairen, Wilhelm, nachdem dieser volljährig geworden war und die Schulden anerkannt hatte.
1484
Wilhelm von Hairens Schicksal ist unbekannt es gibt keine Nachkommen. Das Rittergut Kalkofen fällt als Erbe an die Agnes von Hairen. Diese Agnes von Hairen war mit Fetschyn Colyn verheiratet.
1500 - 1510
Aus der Ehe der Agnes von Hairen und des Fetschyn Colyn gingen nur zwei Töchter hervor. Das Rittergut Kalkofen ging als Erbe an die Tochter Anna Colyn über. Anna Colyn heiratete den Junker Werner von Merode-Houffalize.
20.12.1520
Werner von Merode-Houffalize ist gestorben und vermacht das Rittergut Kalkofen seinem Sohn Rikald (Richard) von Merode, Reichsfreiherr und Vogt zu Burtscheid.
09.01.1531
Kaiser Karl der V. soll auf dem Rittergut Kalkofen übernachtet haben, weil sein Bruder in Aachen am folgenden Tag zum römischen König gekrönt wurde.
1569
Rikard (Richard) von Merode ist tot. Sein Sohn Johann Reichsfreiherr von Merode-Houffalize wird Eigentümer vom Rittergut Kalkofen.
1574 - 1582
Spanier belagerten Aachen und besetzten das Rittergut Kalkofen.
19.03.1582
Das Rittergut Kalkofen wird von Aachener Truppen zur Ruine zerschossen und brennt völlig aus.
1584
Bartholomäus Schopfinger, Kaufmann aus St. Gallen kauft das zerstörte Rittergut Kalkofen, baut es wieder auf und fügt weitere Länderein hinzu. Schopfinger hatte sich übernommen und ging in Konkurs.
22.04.1600
Das Rittergut Kalkofen geht in den Besitz der Schwäger von Schopfinger, dem Ritter Carolus Billehé, dem Herrn von Hirset und Hartelstein, dem kaiserlichen und kurkölnischen und lütticher Geheimen Rat und Kammerherrn, Grossvogt von Huy, und den Rittern Ludwig und Martin Perez de Varon in Antwerpen über. Permanente gerichtliche Streitigkeiten, da Schopfinger auf dem Rittergut wohnen blieb, führten letztendlich dazu, daß die Familie Carolus von Billehé das Rittergut alleine übernimmt.
10.03.1604
Carolus von Billehé ist tot, Franciscus von Billehé, Baron de Virset, übernimmt das Rittergut Kalkofen für sich und seine Geschwister.
25.03.1609
Kaiser Rudolf II. lässt das Rittergut Kalkofen durch den Erzherzog Leopold, Bischof zu Strassburg und Passau in Besitz nehmen.
08.02.1610
Auf dem Rittergut Kalkofen werden Soldaten des Kaisers eingelagert.
Ende 1610
General Graf Friedrich von Solms, Gouverneur von Düren belagert das Rittergut Kalkofen und nimmt es ohne viel Gegenwehr ein.
Bild von 1610 Belagerung der Feste Kalkhoven

Belagerung der Feste Kalkhoven

1666
Durch Erbteilung erhält der Freiherr Johann Konrad von Balhausen, ehemals Ehegatte der Charlotte de Billehé, Tochter des Carolus von Billehé, das Rittergut Kalkofen.
20.02.1671
Freiherr Johann Konrad von Ballhausen und der Sohn aus der ersten Ehe mit Charlotte de Billehé verkaufen gemeinsam das Rittergut Kalkofen an Gotthard Schardinel II.
1691
Der Sohn Gotthard Schardinell III. erhält das Rittergut Kalkofen als Hochzeitsgabe von seinen Eltern zu Eigentum.
1724
König Friedrich von Dänemark besucht mehrfach das Rittergut Kalkofen.
10./11.1734
Gotthard Schardinell III. ist tot. Gotthards Witwe übernimmt das Rittergut Kalkofen.
02.07.1748
Gotthard Schardinells III. Witwe ist gestorben, das Rittergut Kalkofen wird in der "Stadt Aachener Zeitung" zum Kauf angeboten.
27.03.1749
Das Rittergut geht nach viel Hin und Her durch Versteigerung an den Tuchfabrikanten Johann von Wespien.
Frühjahr 1750
Johann von Wespien lässt das Rittergut Kalkofen teilweise einreißen und beauftragt den Architekten Johann Joseph Couven ein Lustschloss zu errichten.
1753
Das Lustschloss Kalkofen ist fertig - Baukosten: 100.000 Reichstaler.
Foto der Vorderansicht 1750

Foto der Vorderansicht 1750

Foto der Rückansicht 1750

Foto der Rückansicht 1750

19.10.1768
Johann von Wespien starb am 30.03.1759, dann im Jahre 1768 seine Ehefrau. Die Ehe war kinderlos. Der Vetter Johann Kaspar Strauch wird Erbe von Schloss Kalkofen.
ca. 1785
Johann Kaspar Strauch ist gestorben, Reichfreiherr Franz Rudolf von Collenbach übernimmt als Vormund der Kinder des Johann Kaspar Strauch die Verwaltung und versucht einen kapitalkräftigen Käufer zu suchen.
15.06.1790
Sir George Augustus Elliot Lord Heathfield, der Gibraltar für England erobert hat, mietet das Schloss Kalkofen und stattet es mit eigenen Möbeln aus.
06.07.1790
Überhöhter, unmässiger Genuss von Aachener Wasser führt bei Sir George Augustus Elliot Lord Heathfield zum Tode. Lord Elliot wird in der Parkanlage des Schlosses beigesetzt, später jedoch wird der Leichnam nach England gebracht und unter großen Feierlichkeiten beigesetzt.
Reste des Grabmals von Sir George Augustus Elliot Lord Heathfield

Reste des Grabmals von Sir George Augustus Elliot Lord Heathfield

28.09.1790
Das Inventar von Lord Elliot wird auf Schloss Kalkofen öffentlich verkauft.
1790 - 1792
Schloss Kalkofen wird mehrfach an vornehme Kurgäste vermietet.
23.08.1792
Tuchfabrikant Christian Friedrich Claus kauft Schloss Kalkofen, er lässt an der gesamten Parkanlage Verbesserungen und Verschönerungen durchführen.
28.03.1799
Christian Friedrich Claus stirbt im Alter von 64 Jahren, seine Ehefrau führt die Verschönerungen und Verbesserungen fort.
1800 - 1804
Napoleon, ihre kaiserliche Hoheit Josefine von Frankreich, der König von Italien und viele mehr, waren Gast auf Schloss Kalkofen
1830 - 1834
Die 81jährige Witwe des Herrn Christian Friedrich Claus ist tot. Keiner der Söhne und Schwiegersöhne will Schloss Kalkofen übernehmen. Schloss Kalkofen bleibt unbewohnt.
06.12.1831
Wilhelm Zurhelle, Rittergutsbesitzer, kgl. preussischer Kommerzienrat und beigeordneter Bürgermeister, erhält im öffentlichen Verkauf für 47.100 Taler Schloss Kalkofen zugeschlagen und erneuert die Schlossanlage. (Urkunde Nr. 6844, des Notar Daniels in Aachen)
03.07.1849
Wilhelm zur Helle ist gestorben, sein ältester Sohn Wilhelm - Junggeselle - übernimmt Schloss Kalkofen.
04.08.1884
Der Junggeselle Wilhelm zur Helle stirbt und Schloss Kalkofen geht an den Neffen Wilhelm zur Helle, einziger Sohn von Adolf zur Helle in Laurensberg, Haus Schurzelt.
Parkanlage 1904

Parkanlage 1904

Vorderfront 1930

Vorderfront 1930

23.10.1908
Wilhelm Zurhelle lebt ab und seine Ehefrau Wilhelmine, Maria, Louise Zurhelle, geborene von Görschen tritt den Besitz an.
1943 - 1944
Schloss Kalkofen wird im 2. Weltkrieg schwer beschädigt. Es brennt völlig aus, große Teile der Anlage sind verwüstet, Notställe wurden in die Parkanlage gebaut. Nur die Außenmauern stehen teilweise.
Zerstörung Scheune Zerstörung Vorderfront

Zerstörung Scheune und Vorderfront

20.06.1948
Wilhelmine Maria Louise Zurhelle ist tot. Der Sohn Wilhelm Zurhelle, Dipl. - Landwirt übernimmt Gut und Schloss Kalkofen. Zusammen mit seiner Ehefrau beginnen sie den Wiederaufbau des landwirtschaftlichen Gutes und des Schlosses.
1956
Schloss Kalkofen ist von außen wieder erstanden. Von außen ist das Schloss und der landwirtschaftliche Betrieb wieder ansehbar. Innen wird das Schloss zu Mietwohnungen umgebaut. Die Parkanlage entsteht langsam wieder.
19. August 1959 - 16. August 1987
Wilhelm Zurhelle stirbt am 19.08.1959. Die Erbengemeinschaft W. Zurhelle übernimmt unter Führung der Witwe von Wilhelm Zurhelle, Elsbeth Zurhelle, geborene Legel die Bewirtschaftung von Gut und Schloss Kalkofen. 1972 wird das Erbe des Vaters Wilhelm aufgeteilt, seine Ehefrau erhält Gut Kalkofen, die älteste Tochter Marita Zurhelle erhält den Schlossteil mit Parkanlage und Gärtnerei. Am 16.08.1987 stirbt Frau Elsbeth Zurhelle. Der Nachlass geht auf die Erben über.
Juni 1989
Nach einer Bauzeit von 6 Jahren 1983 - 1989 sind die restlichen Sanierungs- und Sicherungsarbeiten am Gut und Schloss Kalkofen von außen abgeschlossen. Die Bundesrepublik Deutschland hat sich an den Kosten der Sanierung beteiligt.
Kalkofen 1989

Kalkofen 1989